Varroatelefon vom 28.02.2018

Der Februar verabschiedet sich mit frostigen Temperaturen und wird das Auswinterungsergebnis an manchem Bienenstand weniger gut ausfallen lassen, als noch im Januar vermutet. Starke, gesunde Völker mit den entsprechenden Futterreserven ertragen solche Kältephasen in der Regel problemlos. Bei schwächeren Völkern sieht das ganz anders aus!

Je nachdem, wie stark die Völker schon in Brut gegangen sind haben diese zurzeit massive Probleme die Brutflächen zu wärmen.

Es kommt für das Bienenvolk zum Konflikt: Brut am Leben erhalten oder Futter aus den umliegenden Zellen holen. Die Bienen entscheiden sich im Zweifel immer für die Brut, auf der sie dann dem Hungertod entgegensehen, weil der Kontakt zu den Futterwaben abreißt.

Temperaturverlauf im Februar 2018 (Quelle: wetter.com)

 

 Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbegin steigen die Temperaturen!

Zum Wochenende sollen die Temperaturen steigen. Für manches Volk mag dies die letzte Rettung sein.

Trend für die nächsten 16 Tage (Quelle: wetter.com)

 

 Was bedeutet das für den Imker?

Je nach Region und Standort kann am Sonntag eventuell schon eine Fluglochbeobachtung stattfinden.

Die Völker sollten aber nicht grundlos gestört werden – eine Kontrolle des Futtervorrates (leichtes Ankippen) stellt jedoch keine Störung dar und sollte unbedingt durchgeführt werden. Ebenso ist ein Blick durch die Folie erlaubt.

 Störungen sollten so kurz wie möglich sein um zu prüfen, ob noch Futterwaben neben dem Bienensitz vorhanden sind. Wenn nicht, sollten Futterwaben so umgehängt werden, dass der Bienensitz möglichst wenig gestört wird. Unterversorgten Völkern können Futterwaben aus überversorgten Völkern an den Rand des Brutnestes zugehängt werden.

 Bitte beachten Sie: Totenstille am Flugloch bedeutet nicht, dass das Volk tot ist! Ebenso kann sehr intensiver Flugbetrieb auch auf ein totes Volk hinweisen, nämlich dann, wenn es ausgeräubert wird.

Offensichtlich tote Völker müssen bienendicht verschlossen werden und sollten baldmöglichst abgeräumt werden.

Aber Achtung: schon manch Imker/In hat sich gewundert, als die toten Bienen in der warmen Garage / Werkstatt plötzlich wieder zum Leben erwacht sind! Daher: nicht vorschnell handeln! Solche Völkchen können ggf. starken Völkern über Absperrgitter aufgesetzt werden.

Gemülldiagnose gibt Ihnen viel Auskunft!

Wenn Sie sowieso schon am Stand sind, legen Sie doch mal wieder eine Windel / Schublade ein. Mit einer Gemülldiagnose verschaffen Sie sich nicht nur einen Einblick in die aktuelle Varroasituation Ihrer Völker (der Milbenfall sollte zurzeit (deutlich) unter einer Milbe pro Tag liegen), sondern bekommen Infos über Volksstärke und Brutaktivität („ein kleiner Aufwand mit viel Wirkung“).

Und vergessen Sie nicht: Der Frühling hat schon den Fuß in der Tür! Es geht los! Rüsten Sie sich für die immer wieder atemberaubende und faszinierende Entwicklung der Natur und Ihrer Bienenvölker in den nächsten Wochen!

(Quelle: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)